Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Land

Brand B4 – Demenzzentrum in Lind ob Velden

Am Freitag, dem 22.05.2026, wurde die Feuerwehr um 17:31 Uhr zu einem Brand der Alarmstufe B4 in ein Demenzpflegezentrum in Lind ob Velden, Marktgemeinde Velden am Wörthersee, alarmiert. Aufgrund der ersten Notrufe und der gemeldeten Lage wurden die Feuerwehren Lind ob Velden, Velden am Wörthersee, Föderlach und Rosegg unmittelbar zum Einsatz entsandt.

Bereits während der Anfahrt verdichteten sich die Hinweise auf ein größeres Brandgeschehen innerhalb des Pflegeheimes. Beim Eintreffen der ersten Kräfte war eine starke Rauchentwicklung aus dem betroffenen Objekt wahrnehmbar. Da sich zu diesem Zeitpunkt rund 100 Personen im Pflegezentrum befanden – darunter zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner mit eingeschränkter Mobilität oder Pflegebedarf – wurde die Lage umgehend neu bewertet und weitere Einsatzkräfte der Feuerwehren Wernberg und Damtschach zur Evakuierung der Personen aus dem Gefahrenbereich nachalarmiert.

Die Feuerwehr begann sofort mit einem umfassenden Löschangriff unter schwerem Atemschutz. Insgesamt standen fünf Atemschutztrupps gleichzeitig im Innenangriff im Einsatz. Ziel war es, den Brandherd rasch zu lokalisieren, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern und gleichzeitig die Sicherheit der eingeschlossenen beziehungsweise gefährdeten Personen zu gewährleisten. Durch den schnellen und koordinierten Einsatz konnte der Brand innerhalb relativ kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht und schließlich vollständig gelöscht werden.

Parallel zur Brandbekämpfung lief eine groß angelegte Evakuierung des gesamten Pflegezentrums an. Gemeinsam mit dem Pflegepersonal sowie Kräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurden sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Gebäude gebracht. Besonders herausfordernd war dabei die Evakuierung jener Personen, die nicht selbstständig mobil waren und teilweise liegend oder mittels Rollstühle transportiert werden mussten. Trotz der schwierigen Umstände konnte die Räumung des Objektes geordnet und ohne Panik durchgeführt werden.

Nach ersten medizinischen Untersuchungen mussten etwa 15 bis 20 Personen durch den Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden, um sie dort weiter medizinisch abzuklären. Der Großteil der evakuierten Personen wurde zunächst in einem gesicherten Bereich außerhalb des Gefahrenbereiches betreut. Neben Einsatzkräften des Rettungsdienstes unterstützten auch Anwohnerinnen und Anwohner sowie Privatpersonen die Versorgung der betroffenen Menschen mit Decken und Sitzmöglichkeiten.

Da das Pflegezentrum infolge des Brandereignisses derzeit nicht bewohnbar ist, wurde in Abspreche mit der Heimleitung, den Heimbesitzer und der Behörde entschieden, sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner vorübergehend in anderen Pflegeeinrichtungen unterzubringen. Der Abtransport erfolgte organisiert mittels Rettungsfahrzeugen sowie zwei POST-Bussen, welche die Betroffenen in nahegelegene Pflegeanstalten brachten.

Der Einsatz stellte aufgrund der hohen Anzahl betroffener Personen, der notwendigen Evakuierungsmaßnahmen sowie der komplexen Einsatzkoordination eine große Herausforderung für sämtliche eingesetzten Organisationen dar. Insgesamt standen rund 120 Kameradinnen und Kameraden von sechs Feuerwehren gemeinsam mit Kräften des Rettungsdienstes, der Polizei sowie Behördenvertretern im Einsatz.

Auch das mediale Interesse an dem Einsatz war entsprechend groß. Zahlreiche Medienvertreter befanden sich vor Ort und berichteten laufend über das Geschehen. Durch das rasche, professionelle und koordinierte Zusammenwirken aller Einsatzkräfte konnte jedoch Schlimmeres verhindert und die Sicherheit aller Bewohnerinnen und Bewohner gewährleistet werden.

Um 22:20 Uhr konnte der Einsatz für die Feuerwehren beendet werden und die Kräfte in ihre Rüsthäuser einrücken.

Der Einsatzleiter BI Florian ZLÖBL bedankte sich bei allen Einsatzkräften für den reibungslosen und hervorragend abgearbeiteten Einsatz und die außergewöhnliche Zusammenarbeit.

Bericht und Fotos: FF Lind ob Velden, ÖA-Team BFKdo Villach-Land