Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Land

Abschnittsübung im Unteren Drautal: Anspruchsvolle Szenarien erfolgreich gemeistert

Abschnittsübung im Unteren Drautal: Anspruchsvolle Szenarien erfolgreich gemeistert

Fresach – Nach einer intensiven und detaillierten Planungsphase konnte am Samstag, dem 28. März 2026, die groß angelegte Abschnittsübung des Unteren Drautales in der Gemeinde Fresach erfolgreich durchgeführt werden. Bei besten Wetterbedingungen stellten sich zahlreiche Feuerwehren realitätsnahen und fordernden Einsatzszenarien.

Den Auftakt der Übung bildete die Atemschutzstrecke im Bereich des Kulturhauses Fresach. Auf dem Vorplatz wurde ein rund 50 Meter langer Tunnel in U-Form aufgebaut, der den Einsatzkräften einiges abverlangte. Unter Bedingungen von nahezu null Sicht, dichter Verrauchung und zahlreichen eingebauten Hindernissen mussten sich die Atemschutztrupps durch die Strecke arbeiten. Unterschiedliche Engstellen, Höhenunterschiede sowie verschiedenartige Hindernisse stellten eine große Herausforderung dar. Ziel war es, das sichere und strukturierte Vorgehen unter extremen Bedingungen zu trainieren und die Belastbarkeit der Trupps zu prüfen.

Im Anschluss wurden zwei weitere Szenarien zeitgleich abgearbeitet. Beim Verkehrsunfall wurde eine komplexe Lage mit zwei beteiligten PKWs sowie einer Mulde dargestellt. Mehrere Personen waren in den Fahrzeugen eingeklemmt. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Unfallfahrzeuge sowie die Mulde entsprechend zu sichern, um ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen. Die Einsatzkräfte mussten die Unfallstelle umfassend absichern, einen Brandschutz aufbauen und die Fahrzeuge stabilisieren, bevor mit der technischen Rettung begonnen werden konnte.

Unter Einsatz hydraulischer Rettungsgeräte wurden die eingeklemmten Personen anschließend schonend aus den Fahrzeugen befreit. Dabei war ein präzises und abgestimmtes Vorgehen erforderlich, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Die komplexe Lage erforderte ein hohes Maß an Koordination innerhalb der eingesetzten Kräfte.

Parallel dazu wurde der Brand eines landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäudes simuliert. Bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte stand das Objekt in Teilen in Brand, zudem galten mehrere Personen als vermisst. Unmittelbar wurde mit der Brandbekämpfung sowie der Personensuche unter Atemschutz begonnen.

Eine zentrale Herausforderung stellte die Löschwasserversorgung dar. Da keine ausreichende Versorgung über das Hydrantennetz gegeben war, musste eine Zubringerleitung von einem nahegelegenen Bach aufgebaut werden. Mittels Tragkraftspritzen und mehreren Schlauchleitungen wurde eine stabile Wasserversorgung über längere Distanz sichergestellt.

Zusätzlich erschwert wurde der Einsatz durch eine am Gebäude installierte Photovoltaikanlage. Diese stellte für die Einsatzkräfte eine besondere Gefahrenquelle dar, da auch bei abgeschaltetem Strom weiterhin Spannung in den Leitungen vorhanden sein kann. Entsprechend mussten Sicherheitsabstände eingehalten und der Einsatz taktisch angepasst werden. Die Brandbekämpfung erfolgte unter Berücksichtigung dieser Gefahrenlage, wodurch insbesondere der Innen- und Außenangriff sorgfältig koordiniert werden musste.

Parallel zur Brandbekämpfung wurde eine intensive Personensuche durchgeführt. Mehrere vermisste Personen konnten durch die Atemschutztrupps im stark verrauchten Gebäude lokalisiert und ins Freie gebracht werden. Dieses Zusammenspiel zwischen Löschangriff und Menschenrettung stellte hohe Anforderungen an die eingesetzten Kräfte dar.

An der Übung beteiligten sich alle Feuerwehren aus dem gesamten Abschnitt Unteres Drautal mit über 170 Einsatzkräften. Zahlreiche Besucher erhielten zudem einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit der Einsatzkräfte während der einzelnen Übungen.

Bei der abschließenden Übungsbesprechung beim Kulturhaus Fresach wurden die einzelnen Szenarien ausführlich analysiert. Dabei konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen und Optimierungspotenziale aufgezeigt werden. Die Übung verdeutlichte einmal mehr die Bedeutung einer intensiven Vorbereitung sowie regelmäßiger gemeinsamer Trainings.

Insgesamt zeigte sich, dass die Einsatzkräfte im Unteren Drautal bestens ausgebildet sind und auch komplexe Einsatzlagen gemeinsam professionell bewältigen können.

 

Text: OBI Winkler Johannes

Fotos: Steiner Jakob